Antifaschistische Aktionswochen in Brandenburg an der Havel

In Brandenburg an der Havel findet von September bis November eine Veranstaltungsreihe statt, die maßgeblich von uns und der Brandenburger Antifa [BAF] getragen wird. Wir wollen damit in der Stadt ein Bildungsangebot schaffen, das es dort in dieser Form noch nicht gab. Es soll sich aktiv mit dem Thema (Neo-)Faschismus und (Neo-)Nazismus auseinandergesetzt werden. Neben einer Filmreihe über 7 Wochen soll es Workshops zu Verschlüsselung, Neonazis im kommunalen Raum, Selbstbehauptung, Banner- und Stencildesign, Veganem Kochen geben. Außerdem zwei Vorträge mit anschließenden Gesprächsrunden zu Neonazistrukturen im Land Brandenburg und anlässlich eines Besuchs von Thilo Sarrazin am 1.10 ein Abend gegen Sarrazins rechte Hetze. Weiterhin wird ein Solidaritätskonzert stattfinden. Die Eintrittsgeldspenden aus dem Konzert werden einer Initiative in Kloster Lehnin (Potsdam Mittelmark) gespendet, die dort langfristig eine Gedenkplatte für den von Neonazis ermordeten Obdachlosen Rolf Schulze verlegen will. Dazu wird innerhalb der Aktionswochen auch ein Info-Abend stattfinden.

Die Wochen finden in Kooperation mit der JugendKulturFabrik e.V. statt. Alle Veranstaltungen werden im Haus der Offiziere in Brandenburg an der Havel stattfinden.

Hier findet ihr das vollständige Programm:

Programm – Antifaschistische Aktionswochen Brandenburg/Havel 2012

Veranstalter:
[BAF] (Brandenburger Antifa) und Linksjugend [’solid] Brandenburg an der Havel

18.09.12: „Widerstand im Nationalsozialismus“ ein Vortrag mit anschließender Gesprächsrunde mit Frau Dr. Bärbel Schindler-Saefkow.

Die Historikerin Dr. Bärbel Schindler-Saefkow ist die Tochter des im September 1944 in Brandenburg an der Havel hingerichteten antifaschistischen Widerstandskämpfers Anton Saefkow. Der Vortrag klärt auf, wie sich die Widerstandskämpfer unter Einsatz ihres Lebens mit Zivilcourage und Entschlossenheit gegen die Nazidiktatur und den Rassenwahn und für die Beendigung des Krieges einsetzten und dann doch im Zuchthaus Brandenburg-Görden hingerichtet wurden.

19.09.12: Film „Führer Ex“ (2002)

Mit Führer Ex wird ein Film gezeigt, der den Kommunismus und Nationalismus ansprichst. Schauplatz ist die DDR, 1986. Heiko und Tommy, beste Freunde, sind 18 Jahre alt, suchen nach Abenteuern und Spaß und sind doch gefangen im kommunistischen Deutschland der Mittachtziger. Für Tommy gibt es nur eine Lösung: die Flucht ins kapitalistische Ausland – Australien. Doch eine Unvorsichtigkeit beschert ihm eine kleinere Haftstrafe, die ihn grundlegend verändert: er negiert die Nazi-Geschichte und glorifiziert deren Überzeugung. Obwohl Heiko die Veränderung wundert und nicht gutheißen kann, bleibt er seinem besten Freund treu – und so versuchen die beiden endgültig das Land zu verlassen. Sie landen in der Strafvollzugsanstalt. Tommy gelingt es aus dem Gefängnis zu fliehen und sieht erst Jahre später seinen besten Freund wieder. Aus Heiko ist aber mittlerweile ein bedeutender Funktionär der DNP (Deutsche Nationale Partei) geworden und so wird ihre Freundschaft auf die härteste Probe gestellt.

22.09.12 14Uhr: Verschlüsselungsworkshop
mit: Autonome Cyber Antifa

Da die Überwachung immer weiter voran schreitet und Grundrechte abgebaut werden, ist es an der Zeit ein bisschen aufzurüsten. Mit E-Mailverschlüsselung zum Beispiel… Eine normale E-Mail ist wie eine offene Postkarte, die jeder lesen kann. Mit einer ordentlichen Verschlüsselung kommt endlich ein Briefumschlag um Deine Post. Deshalb setzen wir uns zusammen und schauen uns an, wie E-mails mit open-pgp verschlüsselt werden und welche anderen verschlüsselbaren Kommunikationswege wie instant messaging (also jabber, icq, skype…) es gibt und wo wir an Grenzen stoßen. Neben den ganzen Verschlüsselungsbasics gibt’s Platz für den Austausch über gute Programme, Probleme und neue Entdeckungen hinsichtlich privacy und co. Also Laptop, USB-Sticks oder Papier und Stift eingepackt und los geht’s.

26.09.12: Doku: Neue braune Welle (2009)

Dreizehn Jahre lang haben Mitglieder des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) quer durch die Bundesrepublik schwere Straftaten begangen – und keiner hat es wahrgenommen. Wer hingucken wollte wusste, um die Gefahr, denn die Zahl der Neonazis in Deutschland ist laut Bundesverfassungsschutz in den vergangenen Jahren massiv gestiegen, und „rechte“ Gewalttaten haben deutlich zugenommen. Deshalb beschäftigt sich die Dokumentation mit den Entwicklungen innerhalb der rechtsextremen Szene und durchleuchtet das Zusammenspiel von NPD und Kameradschaften.
Am Beispiel zweier Bundesländer – Bayern und Sachsen-Anhalt – wird deutlich, wie sich der Umgang mit Rechtsextremen in Ost und West unterscheidet und welche Konsequenzen das mit sich bringt. Denn während im Osten das Problem seit Jahren benannt ist, glaubte sich der Westen lange immun.

29.09.12 14Uhr: Kreativ-Workshop

Dieser Workshop richtet sich an alljene, die sich mal genauer mit Bannermalen und Stencils beschäftigen wollen. Neben den Basics zu Material und Verarbeitung wird es auch Tipps und Tricks zu coolen Designs geben. Bei Interesse kann auch über Flyer-, Plakat- und Stickerdesign gesprochen werden. Solltet ihr in einer größeren Gruppe kommen wollen, bitten wir euch um Anmeldung.

01.10.12: Vortrag zu „Linke Argumente gegen rechte Hetze: Thilo Sarrazins Rassismus und die Krise“

Im Sommer 2010 veröffentlichte der ehemalige Berliner Finanzsenator und Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin sein menschenverachtendes Buch „Deutschland schafft sich ab. Wie wir unser Land aufs Spiel setzen“, in welchem er Menschen lediglich nach ihrem Nützlichkeitswert für die Ökonomie betrachtet und vor allem die Muslime als Bedrohung für das Abendland stilisiert. Der damalige NPD-Vorsitzende Udo Voigt freute sich über die unerwartete Schützenhilfe durch den SPD-Mann Sarrazin: „Unsere Aussagen werden damit salonfähiger und es ist dann auch immer schwerer, Volksverhetzungsverurteilungen gegen NPDFunktionäre anzustreben, wenn wir uns zur Ausländerpolitik äußern, wenn sich etablierte Politiker auch trauen, das zu äußern.“ Rassismus ist anhaltend virulent und die globale Finanzkrise erweist sich als der ideale
Nährboden für Nationalismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit. Antimuslimischer Rassismus ist die derzeit am meisten verbreitete Form von Rassismus, derer sich auch Sarrazin bedient. Daher will der Vortrag nicht nur bei der Reaktion verharren, sondern allgemeiner nach den
Ursachen für Rassismus fragen, die Nutznießer rassistischer Propaganda entlarven und nicht zuletzt Vorschläge und Anregungen unterbreiten, wie wir erfolgreich Rassismus bekämpfen können.

03.10.12 Film: „Schwarz auf Weiß“ (2009)

Anlässlich des Besuchs des Journalisten Günter Wallraffs am 22.9 im Paulikloster in Brandenburg/Havel wollen wir seinen Recherchefilm über Rassismus und alltäglicher Fremdenfeindlichkeit in Deutschland zeigen. Wallraff mischt sich schwarz geschminkt und mit Afro-Perücke unter Fußballfans und Kleingärtner, besucht Behörden und Kneipen. Im Film „Schwarz auf Weiß“, der die während eines Jahres an verschiedenen deutschen Orten gesammelten Erlebnisse Wallraffs dokumentiert, enttarnt der Maskierte landauf landab den namenlosen Rassisten.

06.10.12 14Uhr: Workshop „Was tun wenn’s brennt? Neonazis im kommunalen Raum“
mit Kevin Stützel: Arbeitet seit vielen Jahren im Bereich der Politischen Bildungsarbeit zu den Themen Neonazis im kommunalen Raum, Nicht-rechte Jugendkulturen, Rassismus und Geschlecht. Derzeit schreibt er eine Doktorarbeit zu „Neonazismus, Gender und Jugendarbeit“.

und Yves Müller: Arbeitet beim Zentrum für Demokratie im Berliner Stadtteil Treptow-Köpenick und setzt sich dort u.a. mit Naziaktivitäten in Oberschöneweide auseinander. Co-Autor des Buches „Gegen Nazis sowieso – Lokale Strategien gegen rechts“.

Extrem rechte Aktivitäten sind vielfältig. Dennoch werden sie oftmals nur dann zum öffentlichen Thema wenn es um die Wahlerfolge rechter Parteien geht. Die Vorbedingungen für diese Wahlerfolge, wie rechte Einstellungen, Alltagsrassismus, der Aufbau einer extrem rechten Infrastruktur aus Klamottenläden, Kneipen und anderen Treffpunkten sowie die Einschüchterung und brutale Gewalt gegen politische Gegner_innen und Menschen die nicht ins Weltbild von Neonazis passen, werden meist nur von Wenigen thematisiert. Im Workshop wollen wir aufzeigen warum gerade im kommunalen Raum antifaschistische Arbeit notwendig ist und uns über neonazistische Aktivitäten in Brandenburg an der Havel austauschen. Entlang eurer Erfahrungen entwickeln wir Gegenstrategien und diskutieren Aktionsformen gegen Rechts. Die Referenten schildern Hintergrundwissen und bieten einen Rahmen über das eigene Umfeld hinauszublicken. Denn das was in Brandenburg passiert geschieht leider auch in anderen Orten in diesem Land.

08.10.12 Vortrag: Rechtsextremismus im Land Brandenburg
mit: apabiz e.V. (antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.v)

Brandenburg gehört zu den Bundesländern mit den meisten rechtsextrem motivierten Gewalttaten in Deutschland. Trotz des medienwirksam aufbereiteten Vorgehens von Polizei und Justiz gegen die Szene floriert der rechte Lifestyle.
Die NPD baut ihre Strukturen kontinuierlich aus, militante Neonazi-Kameradschaften treiben in zahlreichen Ortschaften ihr Unwesen und unter vielen Jugendlichen ist Rechtsrock akzeptierter Bestandteil der CD-Sammlungen. Die DVU schließlich trägt dumpfe Stammtischparolen bis in den Landtag, wo sie vertreten ist.
Der Vortrag »Rechtsextremismus in Brandenburg« aus dem Bildungsprogramm des apabiz bietet Reflexionen darüber, wo Rechtsextremismus anfängt, wie er sich in Brandenburg äußert sowie Fakten über den Grad rechtsextremer Organisation und der Verbreitung rechter Ideen in der Bevölkerung. Ein Schwerpunkt ist die Vorstellung rechter Strategien anhand jeweils aktueller Beispiele.

10.10.12: Film „Kahlschlag“ (1993)

„Kahlschlag“ zeigt den Ausbruch eines Jugendlichen und seine Flucht in die rechte Gewalt von „innen“ heraus, aus der Perspektive des 16-jährigen Robin, der mit sich und seiner Umwelt nicht mehr klarkommt. Mehrere Jahre recherchierte der Drehbuchautor Dieter Bongartz im rechtsradikalen Milieu. Erzählt wird eine realistische Geschichte, in der Skinheads nicht als Monster abgetan werden, sondern als „Kinder unserer Gesellschaft“ auftreten – und das nicht als Entschuldigung.
Robins Unerfahrenheit und Unsicherheit entspricht die Hilflosigkeit seiner Umgebung: die gut gemeinte, aber wirkungslose Toleranz, mit der die Lehrerin über das Verhältnis von Deutschen und Ausländern diskutieren lässt; die Bereitschaft der Mutter, sich allzu schnell damit abzufinden, dass ihr „verirrter“ Sohn wieder zurückkommen wird. Dass die Rückkehr aus dem rechten Sumpf allerdings gar nicht so leicht ist, zeigt Hanno Brühl mit beklemmender Schärfe. Wer sich dem Würgegriff der Gruppe entzieht, gilt als Abtrünniger, als Verräter, der nun selbst verfolgt wird.

13.10.12 14Uhr: Selbstbehauptungsworkshop

Dass es vermehrt und vielerorts zu neonazistischen Übergriffen kommt, ist kein Geheimnis. Wir fragen uns, wie wir deeskalierend und selbstverteidigend mit einer Problemsituation umgehen können. Der Workshop gibt euch einen kleinen Einblick in die Selbstbehauptung und -verteidigung.
Der Fokus liegt nicht darin, nach dem Training die Technik perfekt zu beherrschen, sondern mit ihrer_seiner Kraft, der eigenen Angst und mit seinen_ihren Grenzen umgehen zu lernen. Dieses und mehr wollen wir in Rollenspielen und durch Selbstbehauptungstechniken trainieren.

17.10.12: Film „Film: Am Ende kommen die Touristen“ (2007)

Am Ende kommen Touristen ist ein deutscher Spielfilm aus dem Jahr 2007. Der Regisseur Robert Thalheim verarbeitet darin eigene Erfahrungen als Zivildienstleistenderin den 1990er Jahren, als er seinen Friedensdienst in der Pädagogischen Abteilung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz ableistete. Dort soll er sich vor allem um den betagten KZ-Überlebenden Krzemiński kümmern. Das Verhältnis der beiden ist distanziert. Sven tut sich schwer, mit dem kauzigen und wortkargen alten Herrn zurechtzukommen. Dennoch begleitet er diesen zu Vorträgen, die Krzemiński als Zeitzeuge vor Schulklassen hält, und eine gewisse Annäherung der beiden beginnt.

19.10.-26.10.12 Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und Krakow (PL)
veranstaltet von: Bildungspartisanen e.V.

Liebe Schülerinnen und Schüler, 
liebe Auszubildende, 
liebe Studierende, 
liebe Antifaschist_innen,
das Vernichtungslager Auschwitz hat den Verbrechen der Nazis einen Namen gegeben – allein in Birkenau wurden ca. 1,1 Millionen Menschen ermordet. Um dieses unsagbare Verbrechen an der Menschheit und der Menschlichkeit aus unterschiedlichen Richtungen näher zu beleuchten, laden wir dich ein, gemeinsam mit den Bildungspartisanen Berlin Brandenburg die  Gedenkstätte Auschwitz zu besuchen. Neben Führungen im Stammlager und in Birkenau werden wir uns in Workshops und Diskussionsrunden mit Themen wie Antisemitismus früher und heute, Oswiecim – die Stadt am Lager, Verdrängung und Umgang mit dem Holocaust in Deutschland, die Verfolgung von Roma und Sinti und weiteren auseinandersetzen. 
Im zweiten Teil der Reise begeben wir uns in Krakow auf die Suche nach den Spuren jüdischen Lebens in Polen. 

Wann? 
19. bis 26.Oktober 2012
Vorbereitungsseminar am 13. oder 14.Oktober 2012

Wo?
Oswiecim und Krakow
Vorbereitung in Potsdam 

Kosten? 

normal: 60 Euro ; soli: 90 Euro (Ermäßigungen nach Absprache möglich)
inklusive Fahrtkosten, Unterkunft, Verpflegung, Eintritte, …

Bitte meldet euch auf folgender Homepage an: www.bildungspartisanen.de

29.10.12: Info-Abend „Rolf Schulze – ein (fast) vergessener Mord“
mit: Antifaschistisches Presse- und Recherchearchiv Potsdam-Mittelmark und Brandenburg/Havel

Am Abend des 7. November 1992 gingen die drei jugendlichen Nazi-Skinheads Daniel K., Marco W. und Thomas S. „auf Patrouille“ über den Bahnhof Schönefeld, dabei trafen sie auf den 52jährigen Obdachlosen Rolf Schulze. Unter einem Vorwand lockten sie ihn in ein zuvor geklautes Auto und fuhren an den rund 75 km entfernten Kolpinsee bei Lehnin, Landkreis Potsdam-Mittelmark. Dort begann das qualvolle Sterben des Mannes. Die Täter traten mit Springerstiefeln auf ihn ein, hielten seinen Kopf bis zu fünf Minuten unter Wasser und schlugen ihn mit einer Propangasflasche. Zum Schluss übergossen sie ihr Opfer mit Benzin und steckten den wehrlosen Mann in Brand.
Im Zuge des Pogroms von Rostock-Lichtenhagen im August 1992 und des Brandanschlages von Mölln am 23. November desselben Jahres wurde dem Mord an Rolf Schulze nur wenig mediale Beachtung geschenkt. Gedenkveranstaltungen oder eine Gedenkplatte gibt es bisher nicht. Da sich nun der 20. Todestag nähert, wird es Zeit, diesen brutalen Mord in das öffentliche Bewusstsein zu rufen und ein würdiges Gedenken zu initiieren.

Niemand ist vergessen!

31.10.12: Film „Weltstadt“ (2008)

Als in der Nacht zum 16. Juni 2004 zwei Jugendliche im brandenburgischen Beeskow einen schlafenden Obdachlosen schlagen, auf ihn urinieren und in Brand stecken, sorgte das bundesweit für Aufsehen, die Bewohner selbst wollten nicht über das Ereignis sprechen, und wenn, fielen Sätze wie „Es war ja nur ein Obdachloser“. Christian Klandt, der das Opfer und einen der Täter kannte, war damals Filmstudent an der HFF Potsdam, stammt wie sein Kameramann aus dem Ort des Schreckens. In seinem Spielfilmdebüt und Abschlussfilm fiktionalisiert er den Stoff, auch wenn sich das inhaltliche Gerüst auf eine wahre Begebenheit stützt.  Klandt siedelt die Handlung im Nirgendwo an, reduziert sich nicht auf Täter, sondern auch auf ihr Umfeld, im Kontrast zur sozialen und psychischen Verelendung im Plattenbau stehen immer wieder wunderschöne Landschaftsbilder. Grundlage beim Drehen war ein detailliertes Treatment, die Schauspieler erarbeiteten gemeinsam mit dem Regisseur den Text, oft sind es aber auch die hilflosen Gesten, die mehr über den Seelenzustand der Protagonisten aussagen als Worte. „Weltstadt“ ist ein unbequemes und verstörendes Schlaglicht auf eine verdrängte Wirklichkeit. Die im Dunkeln sieht man hier.

03.11.12 14Uhr: Veganer Kochkurs
mit: Autonome Gemüse Antifa

Ziel dieses Workshops ist es, die Barrieren zwischen Veganer_innen, Vegetarier_innen und Fleischesser_innen abzubauen und Vorurteile zu beseitigen; sei es das verfälschte Bild vom menschenhassenden und nur Salat und Körner essenden Hippie oder das des militanten und intoleranten Prinzipienreiters.
Der Workshop ist eine Art Gesprächsrunde, in der die Referent_innen Euch mit Fakten und eigenen Erfahrungen über den Veganismus informieren und eure Fragen beantworten.
Natürlich sind die Referent_innen von dieser Lebensweise überzeugt, aber möchten nicht versuchen, Euch zu missonieren, sondern Eurem Blick eine neue Perspektive geben. Während des Workshops möchten wir mit Euch zusammen vegan kochen, um Euch einen praktischen Einstieg aufzuzeigen.

07.11.12. Film „Oury Jalloh“ (2008)

Oury Jalloh, ein Asylsuchender aus Sierra-Leone, wird einem abgeschiedenen Asylbewerberheim bei Dessau zugewiesen. Permanent konfrontiert mit dem Gefühl, unerwünscht zu sein und keine Möglichkeiten zu haben, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, bestimmen Perspektivlosigkeit und Ohnmacht zunehmend seinen Alltag: Er darf seinen Landkreis nicht verlassen, er darf nicht arbeiten und allmählich beginnt er einen stillen, inneren Kampf gegen staatliche Fremdbestimmung und soziale Ausgrenzung.
Der semi-dokumentarische Kurzfilm ist eine Auseinandersetzung von Asylbewerbern, jungen unabhängigen Filmemachern sowie Oury Jallohs engsten Freunden mit alltäglichen Repressionen gegenüber Flüchtlingen. Der Film knüpft an ein wahres Ereignis an: Oury Jalloh verbrannte am 7. Januar 2005, an Händen und Füßen gefesselt, in einer Dessauer Polizeizelle – auf einer feuerfesten Matratze!
Das Filmprojekt ist Teil des Menschenrechtsbildungsprojektes „Dalogestan — Jugendliche für Menschenrechte“ gefördert unter dem Programm „VIELFALT TUT GUT. Jugend für Vielfalt, Toleranz und Demokratie“.

09.11.12: Soli-Konzert „AFNsause 2.0“
veranstaltet von: [Antifaschistisches Netzwerk Brandenburg/Havel-Premnitz-Rathenow]

Als Jahresabschluss aktiver antifaschistischer Arbeit im Land Brandenburg veranstaltet das „Antifaschistische Netzwerk Brandenburg/Havel-Premnitz-Rathenow“ ein Solidaritätskonzert. Die Spendeneinnahmen des Konzerts fließen dabei in die Rolf-Schulze-Kampagne in Lehnin, die langfristig für den von Neonazis ermordeten Obdachlosen eine Gedenkplatte initiieren will. Des Weiteren fließen Spenden in Antirepressionskosten aus aktiver antifaschistischer Arbeit des vergangenen Jahres.

Für euch werden spielen:
Kobito
Vortex of Void
Kleingeldprinzessin
Mao

Ausschlussklausel
Die Veranstaltenden behalten sich vor, von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen, die rechtsextremen Parteien oder Organisationen angehören, der rechtsextremen Szene zuzuordnen sind
oder bereits in der Vergangenheit durch rassistische, nationalistische, antisemitische oder sonstige menschenverachtende Äußerungen in Erscheinung getreten sind, den Zutritt zur Veranstaltung
zu verwehren oder von dieser auszuschließen. Des Weiteren schließen wir nach §6 des Versammlungsgesetzes Mitarbeiter_innen des Verfassungsschutzes oder des Staatsschutzes von der Veranstaltung aus.

Unterstützer_innen: Tolerantes Brandenburg, Verein der Bundestagsfraktion DIE LINKE e.V., VVN BdA Brandenburg, Linksjugend [’solid] Brandenburg, Asta Potsdam, Asta FH Brandenburg, DGB Brandenburg/Havel, Ver.di Brandenburg/Havel, Landeszentrale für politische Bildung