Weihnachtsfeier im Flüchtlingswohnheim am 13.12.2011

von Heidi Hauffe (BO Innenstadt – DIE LINKE)

Zum sechsten Mal in Folge konnte die Weihnachtsfeier im Asylbewerberheim in der Flämingstraße von der Hausleitung, ehrenamtlichen HelferInnen der Volkssolidarität und wieder von Mitgliedern der Linkspartei der Stadt Brandenburg durchgeführt werden.
19 Kinder im Alter von 3 Monaten bis 17 Jahren konnten in diesem Jahr ihre Weihnachtsüberraschungstüten und andere Geschenke in Empfang nehmen. Die Tüten enthielten neben Süßigkeiten, Mandarinen, Apfelsinen, Kuscheltieren, Büchern und Schulzeug für die Großen auch Gutscheine für Kino, Spielemax und Drogeriewaren, je nach Alter der Kinder. Mit ihren Familien und den fleißigen HelferInnen saßen die Kinder gemütlich bei Kaffe und Kuchen und konnten für eine kleine Weile ihren oft nicht leichten Alltag vergessen.
Ein Kinderchor der Wilhelm-Busch-Schule erfreute die Anwesenden mit einem schönen Weihnachtsprogramm aus Liedern und Gedichten.

Michaela Trenner von unseren Solids managte zusammen mit dem Weihnachtsmann die Übergabe der Weihnachtsüberraschungstüten der Linken und der anderen Geschenke auf ihre nette Art und Weise.

Festlich gedeckte Tische und ein schöner Weihnachtsbaum rundeten das Fest ab. Allerdings ist zu befürchten, dass in den Augen dieser Kinder das Weihnachtsfest auf den 13.Dezember fällt, und nicht auf den 24.Dezember.


Luftwaffenmusikkorps in Brandenburg an der Havel

Wie bereits in den vergangenen Jahren lud die Stadt Brandenburg an der Havel das Luftwaffenmusikkorps ein, um weihnachtlich für den guten Zweck aufzuspielen. Sakrale weihnachtliche Lieder, wie es in der Ankündigung heißt. Gespendet wird an den Club am Turm (CaT), der Kinder aus dem sozial schwachen Milieu unterstützt. Klingt erstmal gut, wäre es nicht die Bundeswehr, die Luftwaffe gar. Die musikalischen Kameraden derjenigen, die andernorts Kinder ermorden, verstümmeln, „kollateral schädigen“. Kann die Stadt Brandenburg nicht auch ohne die Bundeswehr Benefizveranstaltungen organisieren? Muss propagandistisch die Bundeswehr als Samariter in Erscheinung treten?
Unser Jugendverband ist von Grund auf antimilitaristisch und fordert generell eine komplett entmilitarisierte Gesellschaft. Davon aber mal ganz abgesehen, hier und heute konkret: Wir finden die Alibi-Wohltätigkeit der Interventionsarmee ‚Bundeswehr‘ in unserer Stadt zum Kotzen!
Neben dem heuchlerischen Zusammenhang von Bundeswehr und den mildtätig geförderten Rekruten in spe, ist vor allem auf die propagandistische Imagepflege der Bundeswehr aufmerksam zu machen. Selbstverständlich ist nicht jeder Soldat ein Mörder, aber die Institution einer Armee ist eine mörderische und dieser Fakt tritt bei einer Weihnachtsbenefizveranstaltung zu sehr in den Hintergrund, fügt sich jedoch blendend in die Image-Kampagne der Bundeswehr ein. Darauf machten wir in einer kreativen Flyeraktion vor dem Paulikloster aufmerksam und vielleicht sollte man nächstes Jahr seine 12€ Eintritt lieber direkt zum CaT bringen.

Pressemitteilung zur Gedenkveranstaltung ‚Sven Beuter‘ im Februar 2011

Gedenken an Sven Beuter und NS-Zeitzeugengespräch im HdO

In der Nacht des 15. Februars 1996 wurde in Brandenburg an der Havel der augenscheinlich ‚linke‘ Jugendliche Sven Beuter in einem faschistisch motivierten Angriff eines Neonazis so schwer verletzt, dass er nur wenige Tage später an seinen Verletzungen starb. Rechtsextreme Übergriffe und sinnlose Gewalt gegenüber Andersaussehenden und -denkenden sind auch heute noch in der Havelstadt keine Seltenheit. Die Aufklärung über solche Taten und das Publikmachen der tatsächlichen Gefahr rechter Gewalt, liegt uns am Herzen.
Wir möchten hiermit auf die Gedenkveranstaltung und Kranzniederlegung der Partei DIE LINKE aufmerksam machen und jede/n Bürger_in bitten daran teilzunehmen. Sie wird am 15. Februar um 16Uhr am Tatort in der Havelstraße 13 stattfinden. Nicht nur das Gedenken an Opfer rechter Gewalt, sondern Gewalt im Allgemeinen zu verurteilen, ist Anliegen dieser Veranstaltung.
Im Anschluss an die Gedenkveranstaltung werden wir deswegen am selben Tag ab 18Uhr im Haus der Offiziere ein Zeitzeugengespräch mit einem ehemaligen NS-Widerstandskämpfer und Friedensaktivisten veranstalten. Wir möchten damit vor allem Schüler_innen die Möglichkeit geben mit Geschichte jenseits des Lehrbuches in Kontakt treten zu können und hoffen auf reges Interesse.

Pressemitteilung gegen Horst-Mahler-Demo 22.März 2011

Antifaschistische Kundgebung gegen Holocaustleugner

Diesen Sonnabend am 26.März 2011 wird die NPD und andere rechtsradikale Kräfte in Brandenburg eine Kundgebung veranstalten. Ziel ist die Justizvollzugsanstalt in der Anton-Saefkow-Alle, in der der Holocaust-Leugner, Revisionist und Volksverhetzter Host Mahler eine langjährige Haftstrafe absitzt. Er scheint eine sehr ambivalente und opportunistische Persönlichkeit zu sein, die sich erst als Anwalt der terroristischen RAF und Jahre später im Verbotsverfahren der NPD einsetzte.
Wir wollen uns in einem breiten Bündnis und mit Unterstützung aus der Bevölkerung einer Kundgebung entgegenstellen, die den Mord an Millionen Menschen während des Zweiten Weltkriegs leugnet und faschistischen, rassistischen und revisionistischen Gedankengut ein Forum bieten will. Horst Mahler wird von rechtsradikalen Kräften gern als Märtyrer stilisiert, der Opfer einer ‚verjudeten Gerichtsbarkeit‘ geworden ist. Herr Mahler weiß als Rechtsanwalt durchaus die Bedenklichkeit des Volksverhetzungsparagraphen (§130 StGB), demzufolge er verurteilt wurde, zur Schau zu stellen und für sich zu nutzen. Auch die angekündigte Kundgebung der NPD zielt darauf ab Volksverhetzung als Straftat zu eliminieren.
Es wird seitens der Rechtsradikalen auf Meinungsfreiheit plädiert. Hier sei jedoch klarzustellen, dass es sehr wohl ein Unterschied ist seine Meinung zu äußern, oder gegen Menschen anderer Herkunft, Religion, Sexualität oder ähnliches zu hetzen. Mahler spricht von einer jüdischen geld- und medienbeherrschenden Weltverschwörung – der Globalismus, einer Erzfeindschaft des jüdischen und deutschen Volkes, das er mit der
Heiligen Schrift zu untermauern versucht. Der Holocaust sei nur eine Lüge der Weltgeschichte, um an dem deutschen Volk einen Seelenmord zu begehen und diese Lüge würde permanent als Waffe gegen uns eingesetzt. Deutschland sei nämlich Mittelpunkt ‚jüdischen Vernichtungsbestrebens‘. Dabei zitiert er populärwissenschaftlich aus dem Kontext gerissene Äußerungen wie von Papst Benedikt, Sokrates, Fichte oder Goethe, die solch Interpretation ihrer Aussagen sicherlich nie hingenommen hätten. Er nutzt seine scheinbaren logischen Beweise gepaart mit juristischer Rhetorik um sein faschistisches Gedankengut als unumstößlich darzustellen. Er sucht zu behaupten es sei
nicht ‚offenkundig‘, dass in den Gaskammern Auschwitz‘ Zyclon B verwendet und damit Menschen ermordet wurden!? Jeder Wissenschaftler müsste sich bei so etwas an den Kopf fassen, aber es wird viel zu oft weg gehört und weg gesehen. Geschichtsrevisionismus und Verfälschung historischer Tatsachen ist ein politisches Instrument der braunen Szene, das sollte man sich stets vor Augen halten.
Derartige Hetze und Forderungen eines völkischen Deutschlands, die vorsehen andere zu verfolgen, zu beleidigen, zu vertreiben oder ihnen gar Gewalt jeglicher Art anzutun, sind keine Meinung und dürfen daher niemals mit dem Grundrecht auf Meinungsfreiheit gerechtfertigt werden. Sie sind Straftaten und gehören auch dementsprechend bestraft. Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen! Dafür haben wir eine Gegenkundgebung an diesem Sonnabend um 12Uhr angemeldet und hoffen auf viel Unterstützung aus der Bevölkerung, um Neofaschistischen zu zeigen, dass es für sie keinen Boden in Brandenburg an der Havel gibt.
P.S: Wir backen antifaschistische Muffins :)

PM von Sevim Dağdelen zu den Morden in Norwegen

Kampf gegen Neofaschismus verstärken
Presseerklärung
„Die Spuren der Verbrechen in Norwegen, die auch nach Deutschland führen, müssen sofort untersucht und aufgeklärt werden“, erklärt die migrationspolitische Sprecherin der Linksfraktion im Bundestag, Sevim Dagdelen, anlässlich der Anschläge in Norwegen.

Dagdelen weiter:
„Ich bin entsetzt über die abscheulichen Anschläge in Norwegen und verurteile diese furchtbaren Taten. In Gedanken bin ich bei den Opfern und ihren Angehörigen. Sie haben mein tiefstes Mitgefühl.

Nach bisherigem Kenntnisstand haben diese furchtbaren Taten einen neofaschistischen Hintergrund. Die Anschläge sind somit ein Angriff auf das friedliche Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft.
Angesichts des nachweislich wachsenden Rassismus in der Mitte der Gesellschaft und dem steigenden Rechtspopulismus a la Sarrazin und Wilders kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch in Deutschland solche Taten passieren.

Die Bundesregierung ist aufgefordert die Tatspur, die es nach Deutschland geben soll, sofort zu untersuchen und aufzuklären. Den Kampf gegen Rechts muss die Bundesregierung endlich ernsthaft und aufrichtig führen und neofaschistische und rassistische Tendenzen nicht weiter verharmlosen. Ein Aufstand der Anständigen gegen Rassismus und Neofaschismus in Deutschland für ein Verbot der NPD ist das Gebot der Stunde.“

Neuruppin? wird Nazifrei

A hoy hoy Brandenburg an der Havel

am 9.Juli wollen Nazis durch Neuruppin marschieren und wir wollen, dass Sie das nicht tun. Nach Dresden, Berlin und Leipzig haben wir in Nazis blockieren ja schon einige Erfahrung und würden euch auch diesmal wieder einladen mit unserem Bus, was zum sitzen und Pfannen zum lärmmachen nach Neuruppin zu fahren.
Treffpunkt ist am 9.Juli um 8 Uhr am Brandenburger Hauptbahnhof, los fährt der Bus !SPÄTESTENS! halb 9. Seid also bitte pünktlich! zurück werden wir vor 20Uhr sein.
Das Busticket wird 5€ kosten, über mehr freuen wir uns natürlich :)
Wenn ihr ein Ticket haben wollt, schreibt eine Mail an: lj-solid [ät] dielinke-brb.de oder ruft die Geschäftsstelle unter 03381 / 22 47 33

Impressionen vom Zeitzeugengespräch

Es ist der 10. Mai 2011, 2 Tage nach dem Tag der Befreiung in Brandenburg an der Havel. Pünktlich um 18Uhr wurden die Pforten vom Haus der Offiziere in Brandenburg geöffnet – ein Zeitzeugengespräch soll stattfinden. Ein kleiner, bunt gemischter Kreis Interessierter versammelt sich im Baikonur und wartet auf den Ehrengast: Erhard Stenzel.
Der bereits 86jährige Mann reist auf Einladung aus Falkensee an, um seine bewegte Vergangenheit so vielen Menschen wie möglich nahe zu bringen. Als bekennender Antifaschist und Friedensaktivist erzählt er nun von seinem Sessel aus die Geschichte seines Lebens und alle lauschen gebannt.

Bereits 1933, als er selbst erst 8 Jahre alt war, wurde sein Vater als Kommunist von der SA und Gestapo ins Konzentrationslager deportiert. Ein Wendepunkt im Leben eines Kindes, der sich ihm zeitlebens einprägte. Nie in der Hitlerjugend oder im Jungvolk organisiert, musste Erhard Stenzel bereits in jungen Jahren die Schikanen von Mitschülern, Lehrern und Vorgesetzten erfahren. Sein Klassenlehrer war SA-Obersturmführer und war auch derjenige, der seinen Vater ’33 mit dem Lastwagen abholte. Entsprechend schwer gestaltete sich für den Jungen die Schulzeit. Nach seinem Abschluss bekam er eine Lehre als Schriftsetzer und wurde im letzten Lehrjahr wegen Sabotageverdachts 3 Monate von der Gestapo inhaftiert. Er musste als junger Erwachsener psychische und physische Folter erleben, die uns kaum vorstellbar sind. Hinrichtungen von Männern und Frauen wurden vor seinen Augen durchgeführt. Dass auch dies ein Punkt im Leben ist, an dem man Ansichten und Meinungen überdenkt, ist selbstverständlich. Stenzel war nie überzeugter Nationalsozialist. Trotzallem wurde er ’43 zur Wehrmacht eingezogen und nach Nordnorwegen, Hammerfest versetzt. Seine Akte, in der nicht nur der Vater, sondern auch seine Inhaftierung vermerkt waren, eilte im stets voraus.
Nachdem Stenzel als junger Mann in der nördlichsten Station Europas diente, wurde er nach Nordfrankreich geschickt. Dort dachte er das Erste mal ans Desertieren. Er lernte 1944 einen Schuhmacher kennen, der in der Résistance organisiert war und ihm so einen Kontakt zum französischen Widerstand herstellen konnte. Die Résistance war in Frankreich eine sehr breite, alle Bevölkerungsschichten betreffende Bewegung, der auch Prostituierte angehörten. Erhard Stenzel lief also, als sich ihm eine geeignete Gelegenheit bot über und trat kurz darauf dem französischen Widerstand bei. Er diente von nun an in einer international besetzten deutschsprachigen Kampftruppe und bekämpfte aktiv den Hitlerfaschismus. In Bunkern im Wald quartierend, neu ausgebildet, sollte die deutsche Armee zermürbt werden. Kampfeinsätze, Befreiungsaktionen, Versorgungssabotage und das Vorbereiten der Landung alliierter Streitkräfte wurden auch von Stenzel ausgeführt. Seite an Seite mit den alliierten Truppen verfolgte er deutsche Truppen, befreite Teile nördlich von Paris, die Eiffel, befreite er Frankreich. Bis zum Januar 1945, nun 20jährig, wurde gekämpft und danach bis April das Vorrücken der alliierten Truppen unterstützt.
Den 8. Mai 1945, den Tag der Befreiung, erlebte Stenzel in Frankreich mit, es wurde Appell abgehalten, Salut geschossen und gefeiert. Nach Ende des Krieges erhielt er und viele seiner Mitstreiter die Auszeichnung ‚Held der französischen Republik‘, eine der höchsten Ehrungen Frankreichs überhaupt.
Nun reiste Stenzel nach Hause zurück. Er erfuhr erst jetzt, dass er in Abwesenheit als Wehrmachtsdeserteur zum Tode verurteilt worden war und seine Mutter 1/2Jahr lang wegen seines Überlaufens inhaftiert wurde. Sein Leben in der Sowjetischen Besatzungszone und dann der DDR beschrieb Stenzel in seinem Gespräch ebenfalls. So trat er sofort nach Ankunft in Deutschland der KPD, dann SED und nach der Wende PDS,Die Linke bei. Seinen Kampf gegen Nazideutschland musste er jedoch oft verteidigen und rechtfertigen. Als Widerstandskämpfer aus dem ‚Westen‘ erhielt er weniger Anerkennung für seine ehrenvollen Taten, als ihm zugestanden hätte. Trotz Absolvieren der ‚Parteischule‘ mit Auszeichnung wurde ihm nahe gebracht, niemals in leitenden Funktionen tätig sein zu können, sondern nur stellvertretend wirken zu können. So wurde er, als gelernter Schriftsetzer, 1950 stellvertretender Direktor der Sächsischen Zeitung.
War er nicht noch zum Tode verurteilt? Erst vor 3 Jahren wurden Wehrmachtsdeserteure aus dem Zweiten Weltkrieg von der damaligen rot-grünen Bundesregierung rehabilitiert, auch wenn es CDU-Mitglieder gab, die dagegen hielten ‚Landesverräter‘ freizusprechen.
Das Fazit, das Erhard Stenzel aus seinem Leben und seinem Kampf zog, gab er den Zuhören mit auf den Weg. Es dürfe nie wieder Krieg und nie wieder Faschismus geben. Dass rechtsradikale Parteien, wie die NPD als parlamentarische Parteien existieren, sei ein Unding und muss bekämpft werden. Faschismus sei ein Verbrechen und wenn das Grundgesetz keine Handhabe bieten kann, müsse es eben geändert werden. Wir seien weit weg vom tatsächlichen antifaschistischen Deutschland, wenn in Dresden, Nauen und anderswo Neonazis alljährlich marschieren. Und wir seien auch noch weit weg vom Frieden, wenn deutsche Soldaten sich im Krieg befinden, sei es auch weit weg am Hindukusch. Kriege können keine Probleme lösen und die Entscheidung der Bundesregierung sich nicht am Krieg in Lybien zu beteiligen sei ihr zu Gute zu halten.
„Nie wieder Krieg. Nie wieder Faschismus.“

Gedenken an das Ende des 2. Weltkrieges und NS-Zeitzeugengespräch im Haus der Offiziere

Am 8.Mai 1945 endete, mit dem 2. Weltkrieg, der grausamste und blutigste Konflikt der
Menschheitsgeschichte. Der von einem faschistischen Deutschland losgetretene Krieg
kostete mindestens 60 Millionen Menschen das Leben. Aber nicht durch die unfassbare
Zahl der Toten, sondern vor allem die industrielle Vernichtung von Menschen jüdischen
Glaubens, Kriegsgefangenen, Homosexuellen, Behinderten, Sinti und Roma und viele
weitere Gruppen in deutschen KZs, oder die massenhafte Vernichtung durch Soldaten in
deutschen Uniformen darf nicht in Vergessenheit geraten.
Wir werden deshalb am Sonntag um 15Uhr der Opfer des Nationalsozialismus‘ am
sowjetischen Ehrendenkmal gedenken und freuen uns über jeden Teilnehmer.
Am Dienstag den 10.Mai werden wir außerdem, ab 18Uhr im Haus der Offiziere, ein
Zeitzeugengespräch mit einem ehemaligen NS-Widerstandskämpfer und Friedensaktivisten
Erhard Stenzel veranstalten. Stenzel desertierte mit 17 Jahren und wurde dafür von den
Nationalsozialisten zum Tode verurteilt. [www.ag-
friedensforschung.de/themen/Kriegsgeschichte/rehabilitierung5.html]
Zeitzeugen sind das wichtigste Element politischer Bildung und wir möchten damit vor
allem Schüler_innen die Möglichkeit geben mit Geschichte jenseits des Lehrbuches in
Kontakt zu treten und hoffen auf reges Interesse.

Von Spatzen und Schlagstöcken

Ein Bericht aus Dresden vom 19. Februar 2011

Zu früh klingelt der Wecker an diesem Samstag. Es ist dunkel, es ist kalt und der erste Kaffee wird noch ein paar Stunden auf sich warten lassen. Müde Gesichter an dick eingepackten Körpern entern den Bus, fletzen sich in die Sitze, schlafen sofort wieder ein.

Die müden Augen öffnen sich, der Bus steht. Erstaunte Blicke: Der Bus steht auf der Autobahn, darf nicht weiterfahren. Auf der Standspur laufen Menschen. Eine große Masse an Menschen. Die Tür öffnet sich, man schließt sich dem Zug der fremden Freunde an; auf dem Weg in die Innenstadt Dresdens.

Müde Beine verkünden das Ankommen nach sechs Kilometern, doch an Ausruhen ist nicht zu denken. Sofort nach den Blockadepunkten suchen, sofort zum Einsatz zum Sitzen. Dick eingemummelt, verschiedenste Materialien unter Tausenden von Popos und die besondere Wärme der Menschen untereinander halten von der Kälte ab. Zusammengekauert wie Spatzen im tiefsten Winter sitzen Menschen jeden Alters nebeneinander auf Straßen und Plätzen und warten auf die Kanonen der Polizei. Schlachtrufe, Gesänge und Blockadefachsimpelei versuchen die Räumungsaufforderungsversuche der Polizei zu übertönen. Irgendwo beschmiert sich jemand eine Stulle mit Frischkäse und sieht nicht, wie ein Wasserwerfer langsam näher rollt. Auch dieses Jahr wird jede Blockade hart umkämpft werden müssen.

Der Eindruck täuscht nicht. Die Ersten werden herausgezerrt. Sie wehren sich. Pfefferspray. An einer anderen Ecke stehen Polizisten mit Schäferhunden. Sie bellen und keine Sekunde später liegt jemand unter ihnen. Schreiend. Ein paar Seifenblasen fliegen vorbei. Ein Schlagstock saust vorüber, die Blase der Hoffnung platzt und der Wasserwerfer kommt immer näher. Engeres Zusammenrücken. Augen zukneifen. Weiterhoffen, dass die Blockade hält. Die Polizisten ziehen ab. Sie werden woanders gebraucht. Großes Durchatmen dann die bittere Nachricht: Naziformation an neuem Ort – schnell kommen!

Aufstehen, auf den Weg machen, ihr dort bleibt hier sitzen. Aus allen Ecken strömen wir zum gemeinsamen Ziel. Jemand erzählt etwas von Notstand. Andere nicken erfreut. Tausende Demonstranten stehen hunderten Nazis gegenüber. Jetzt und hier. Jetzt oder nie. Eine Durchsage der Polizei. No pasarán – sie kommen nicht durch!

Freude, Singen, Tanzen und Lachen heißen unsere Begleiter auf dem Weg nach Hause.

Dresden Nazifrei 2011

A hoy Brandenburg

am 19.2. werden wieder Nazis versuchen durch Dresden zu marschieren. Damit es auch dieses Jahr bei einer Bahnhofsbesichtigung bleibt, haben auch wir uns wieder ins Zeug gelegt und folgende Termine für euch vorbereitet:

  • Mittwoch 9.2. 18.00 Parteibüro DIE LINKE. Altstadtmarkt 2, Infoabend
  • Samstag 12.2. 13.00 Altstadtmarkt (outdoor) Blockadetraining
  • Dienstag 15.2. 16.00 Gedenken an Sven Beuter Havelstr. 13 (15. Jahrestag des Tödlichen Übergriffs von Nazis)
  • Dienstag 15.2. 18.00 HdO Zeitzeugengespräch mit einem Widerstandskämpfer gegen Hitlerdeutschland
  • Samstag 19.2. Busfahrt nach Dresden, Bustickets für 10€ unter 03381 211 788
  • Ich hoffe, wir sehen uns :)